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Research & Kapitalmarktanalyse

An dieser Stelle erscheinen monatlich Kommentare zu den Entwicklungen auf den für uns relevanten Märkten für Aktien, Anleihen und Gold.

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Darüber hinaus erscheinen hier bei Bedarf Einschätzungen und Überlegungen zu anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel Immobilien, und zu wirtschaftspolitischen Themen, die allgemein von Interesse sein könnten.

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Allgemeine Lage

März/1. Quartal 2026

Mit dem Überfall auf den Iran änderten sich Anfang März die Parameter für die Kapitalmärkte grundlegend. Die Preise für Vermögenswerte, bei denen viele Anleger Gewinne verzeichnen, kamen ins Rutschen. Gewinne wurden realisiert und Risiken reduziert. Dass Liquidität in solchen Phasen bevorzugt wird, ist ein normales Verhalten vieler Anleger, denn Liquidität schützt vor Verlusten. Jedoch ist der Schutzmechanis-mus nur vorübergehend, denn Kasse wird nur mit etwa 1% verzinst und ist bei Inflationsraten von derzeit über 2% kein Inflationsschutz. Kriegsszenarien in eine Anlagestrategie einzubauen, ist wegen der Wechselhaftigkeit der Lage nahezu unmöglich. Anleger tun deshalb gut daran, an Ihrer gewählten Strategie festzuhalten. So wie ich es auch tue.

Aktien

Bis Ende Februar verharrten die Aktienmärkte auf dem bis dahin erreichten hohen Niveau. Allerdings nahm die Aufwärtsdynamik ab. In den ersten Wochen des Jahres fand zudem ein Favoritenwechsel statt. Sektoren, die bis dahin stark zugelegt hatten (IT, Halbleiter, Software, Telekommunikation etc.), verloren oder traten auf der Stelle. Dagegen wurden zuvor vernachlässigte Branchen bevorzugt. Dazu gehörten z.B. Titel aus den Sektoren Konsumgüter, Industrie, Pharma. Ab Anfang März kamen die Aktienmärkte insgesamt ins Rutschen. Die Aktienanleger spielen eine weltwirtschaft-liche Krise durch, weil sie insbesondere die Öl- und Gasversorgung, die zu einem großen Teil durch den Persischen Golf verläuft, in Frage stellen. Wegen der für die Rohstoffe gestiegenen Preise waren jedoch Öl- und Rohstoffproduzenten und Versorgeraktien bisher die Gewinner der Krise.  

Anleihen

Die Preissteigerungen bei Öl und Gas lassen an den Märkten das Inflationsgespenst wieder aufleben. Deshalb haben in allen relevanten Währungsräumen die Zinsen begonnen zu steigen. Am Markt gehandelte Anleihen verloren daher an Wert. Anleiheportfolios weisen per Ende März Kursrückgänge auf. Jedoch federn die im Vergleich zu Anfang 2022 höheren Nominalzinsen den Kursrückgang und damit den Wertverlust etwas ab. Obwohl der US-Dollar auf den Kriegsausbruch mit einem Kursanstieg reagiert hat, verloren im März auch Fremdwährungspositionen.

 

Gold

Im letzten Kapitalmarktbericht wurde an dieser Stelle die These vertreten, Gold sei wegen des vorangegangen Kursanstiegs charttechnisch "überkauft". Das bedeutet, dass in der Regel Kursrückgänge früher oder später zu erwarten sind. Mit dem Kriegsausbruch setzten die erwarteten Verkäufe eher früher ein. Investoren nutzten also die Gelegenheit, um Kursgewinne zu realisieren und Liquidität zu schaffen. Insofern wurde im März die These vom Krisenindikator bzw.- schutz des Goldes Lügen gestraft.

Immobilien

4. Quartal 2025 und 1. Quartal 2026

Im 1. Quartal 2026 hat sich die ungünstige Entwicklung bei den Immobilienfonds - sofern wegen der zeitlichen Verzögerung schon Daten vorliegen - überwiegend fortgesetzt (Details unter Sonstiges). Insbesondere hielt der Mittelabfluss an, der die Fondsbewertungen wegen möglicherweise erforderlicher Mittelabflüsse unter Druck setzt.

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Auch im Jahr 2025 standen die Immobilienfonds weiter unter Druck. Sei es durch fortgesetzte Mittelabflüsse, sei es durch die (notwendige) Anpassung der Bewertung der Fondsimmobilien an das deutlich niedrigere Marktpreisniveau. Die Marktpreise für Immobilien sind zwar in diesem Jahr nicht weiter gesunken, von einem neuen Preisanstieg kann jedoch keine Rede sein. Vor allem nicht bei Büro- und Einzelhandels-

immobilien. Das ist auch kein Wunder, denn die Branche sieht sich vielfältigen Belastungen gegenüber. Homeoffice und die energetische Sanierung großer Bestände, die durch die EU-Taxonomie für Immobilien notwendig geworden ist, sind die Hauptgründe. Vor diesem Hintergrund sind Bewertungsansätze in den Fonds, die von weiter steigenden Bewertungen ausgehen (bspw. UI Deutschland, Hausinvest, Grundfonds Nr.1, Aachener Spar- und Stiftungsfonds) völlig unrealistisch und spiegeln die tatsächliche Entwicklung auf den Immobilienmärkten nicht wider. Der einzige Fonds, bei dem in diesem Jahr eine (deutliche) Wertkorrektur neu in Gang gekommen ist, ist der UniImmoEuropa. Auch er hat mit Mittelabflüssen zu kämpfen, das erklärt aber nicht allein die negative Wertentwicklung von -4,7%. Möglicherweise kommen hier die Schwierigkeiten auf dem US-Immobilienmarkt zum Tragen. US-Immobilien machen ca. 20% des Fondsbestandes aus.

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Sonstiges

Februar 2026:

Preisentwicklung am Immobilienmarkt

Vor einigen Tagen hat der Pfandbriefverband (vdp) seinen Immobilien-preisindex für am Markt gehandelte Immobilien aktualisiert und veröffentlicht. Demnach hat sich die Stabilisierung der Preise für Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien im 4. Quartal 2025 auf niedrigem Niveau fortgesetzt. Ein Preisanstieg ist jedoch nicht erkennbar. Anders bei Wohnimmobilien: Diese haben im Q4 2025 das Niveau von Q1 2022, als der Preisrückgang an den Immobilienmärkten begann, wieder erreicht.

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Welche Auswirkungen das auf die von mir beobachteten Immobilienfonds hat, steht in der Marktanalyse:

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Januar 2026:

Kapitalmarktrückblick 2025

Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten spiegeln kurz- und langfristige Trends wider. Die jahrelange bessere Entwicklung des us-amerikanischen Aktienmarktes gegenüber dem Rest der Welt beruht im Wesentlichen auf einem höheren durchschnittlichen Gewinnwachstum der US-Unternehmen, einem stärkeren Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der USA und einer höheren Produktivität der US-Wirtschaft. Dies ist das Resultat langfristiger Trends 1. beim technischen Fortschritt, 2. im Bevölkerungswachstum und 3. bei stabilen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit der Regierungsübernahme Trumps wurde vor allem der letzte Punkt von den Anlegern immer stärker in Frage gestellt. Das zeigte sich zu Beginn des Jahres darin, dass die US-Aktien zum ersten Mal seit vielen Jahren schlechter liefen als die europäischen Werte. Die Abwendung der Anleger von den USA zeigte sich darüber hinaus das ganze Jahr über in einer Abwertung des US-Dollars auf den Devisenmärkten. Als Währungsalternative war hauptsächlich Gold gesucht, das nicht nur von den Notenbanken zum Zweck der Diversifizierung der Währungsreserven gekauft wurde sondern auch von Anlegern weltweit.

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Nach dem "Zollschock" Anfang April setzte jedoch an den Aktienmärkten eine Gegenbewegung ein, die von der Phantasie rund um "Künstliche Intelligenz" getrieben wurde und die Börsen weltweit - auch die amerikanische - auf neue Höchststände führte. 

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Auf den Anleihemärkten spiegelten sich die Risiken der US-Poltik nicht wider. Die US-Zinsen - wenngleich deutlich höher als beispielsweise die deutschen Zinsen - tendierten über das Gesamtjahr gesehen im Wesentlichen seitwärts. Dies trifft auch auf die Euro-Zinsen zu, die im Großen und Ganzen realen Kapitalerhalt ermfür öglichten.

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Am Immobilienmarkt wurde die Talfahrt der Preise für gehandelte Immobilien gestoppt. Das bedeutet jedoch nicht, dass für die Immobilienfonds bereits das Gröbste überstanden wäre, denn die Mittelablfüsse aus den Fonds haben sich fortgesetzt. Das ist auch kein Wunder, denn die Preise vor allem der großen Publikumsfonds und der Fonds für Einzelhandelsimmobilien sind immer noch deutlich höher als die Marktpreise. Damit bleibt der Anreiz für Anleger, sich von ihren Immobilienbeständen, die als Fondsanteile gehalten werden, auf Kosten der Fondsliquidität und der Bestandsanleger zu trennen, bestehen.

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