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Research & Kapitalmarktanalyse

An dieser Stelle erscheinen monatlich Kommentare zu den Entwicklungen auf den für uns relevanten Märkten für Aktien, Anleihen und Gold.

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Darüber hinaus erscheinen hier bei Bedarf Einschätzungen und Überlegungen zu anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel Immobilien, und zu wirtschaftspolitischen Themen, die allgemein von Interesse sein könnten.

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Allgemeine Lage

Januar 2026

Trotz neuer und alter geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken - Venezuela, Grönland, Iran etc. - sind die Notierungen an den Aktienmärkten im Januar weiter gestiegen. Dass Anleger auf dieses Umfeld reagieren, zeigt sich hauptsächlich im rasanten Anstieg des Goldpreises. Die Renditen auf den Anleihemärkten gingen dagegen leicht zurück und die Zinsstrukturkurve im Euro normalisierte sich weiter. 

Aktien

Das neue Jahr hat an den Aktienmärkten so begonnen, wie das alte aufgehört hat: mit steigenden Kursen. In unserem Depot haben sich erneut – wie schon überwiegend in 2025 – die Technologiewerte (ASML,  Alphabet) besonders erfreulich entwickelt.  Wegen des wachsenden Rohstoffbedarfs ziehen seit einiger Zeit auch die Rohstofftitel (Norsk Hydro) stark an. Der Pharmawert Novo Nordisk, der im letzten Jahr stark Federn lassen musste, entwickelt sich zum Turnaround-Kandidaten. Dagegen legen die Versicherungswerte, die im vergangenen Jahr eine gute Wertentwicklung zeigten, eine Verschnaufpause ein. Die Grundlage des Kursanstiegs an den Aktienmärkten hat sich insgesamt gesehen verbreitert.

Anleihen

Vor dem Hintergrund eines seit 12 Monaten anhaltenden leichten Trends zu steigenden Zinsen im Euro haben im Vergleich zum Jahresende die Kurse der Anleihen im Januar leicht zugelegt. Der Grund dafür sind die zu Jahresbeginn leicht zurückgegangenen Renditen. Für den weiteren Jahresverlauf rechnen wir zurzeit mit einer Fortsetzung des eingangs beschriebenen Trends.  Auch die Fremdwährungsposition (FvS Global Opportunities) hat trotz des Gegenwinds bei den US-Zinsen und dem Dollar leicht zugelegt.

 

Gold

Das Gold ist im Januar angesichts der zunehmenden Spannungen (wirtschafts)politischer Art weiter gestiegen. In den Medien werden v.a. die geopolitischen Risiken (Venezuela, Grönland) als Begründung genannt. Plausibler scheinen uns die wachsenden Risiken aus der Finanzierung des US-Staatshaushalts und vor allem die erwartete Eskalation im Kampf um die Unabhängigkeit der FED (Ernennung des Nachfolgers von J. Powell) zu sein. Immer weniger Anleger glauben, dass die Dollargeldmenge in Zukunft kontrolliert werden kann. Inflation wäre die Folge. Deshalb diversifizieren Notenbank weltweit ihre Reserven und kaufen Gold.

Immobilien

4. Quartal 2025

Auch im Jahr 2025 standen die Immobilienfonds weiter unter Druck. Sei es durch fortgesetzte Mittelabflüsse, sei es durch die (notwendige) Anpassung der Bewertung der Fondsimmobilien an das deutlich niedrigere Marktpreisniveau. Die Marktpreise für Immobilien sind zwar in diesem Jahr nicht weiter gesunken, von einem neuen Preisanstieg kann jedoch keine Rede sein. Vor allem nicht bei Büro- und Einzelhandels-

immobilien. Das ist auch kein Wunder, denn die Branche sieht sich vielfältigen Belastungen gegenüber. Homeoffice und die energetische Sanierung großer Bestände, die durch die EU-Taxonomie für Immobilien notwendig geworden ist, sind die Hauptgründe. Vor diesem Hintergrund sind Bewertungsansätze in den Fonds, die von weiter steigenden Bewertungen ausgehen (bspw. UI Deutschland, Hausinvest, Grundfonds Nr.1, Aachener Spar- und Stiftungsfonds) völlig unrealistisch und spiegeln die tatsächliche Entwicklung auf den Immobilienmärkten nicht wider. Der einzige Fonds, bei dem in diesem Jahr eine (deutliche) Wertkorrektur neu in Gang gekommen ist, ist der UniImmoEuropa. Auch er hat mit Mittelabflüssen zu kämpfen, das erklärt aber nicht allein die negative Wertentwicklung von -4,7%. Möglicherweise kommen hier die Schwierigkeiten auf dem US-Immobilienmarkt zum Tragen. US-Immobilien machen ca. 20% des Fondsbestandes aus.

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Sonstiges

Januar 2026:

Kapitalmarktrückblick 2025

Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten spiegeln kurz- und langfristige Trends wider. Die jahrelange bessere Entwicklung des us-amerikanischen Aktienmarktes gegenüber dem Rest der Welt beruht im Wesentlichen auf einem höheren durchschnittlichen Gewinnwachstum der US-Unternehmen, einem stärkeren Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der USA und einer höheren Produktivität der US-Wirtschaft. Dies ist das Resultat langfristiger Trends 1. beim technischen Fortschritt, 2. im Bevölkerungswachstum und 3. bei stabilen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit der Regierungsübernahme Trumps wurde vor allem der letzte Punkt von den Anlegern immer stärker in Frage gestellt. Das zeigte sich zu Beginn des Jahres darin, dass die US-Aktien zum ersten Mal seit vielen Jahren schlechter liefen als die europäischen Werte. Die Abwendung der Anleger von den USA zeigte sich darüber hinaus das ganze Jahr über in einer Abwertung des US-Dollars auf den Devisenmärkten. Als Währungsalternative war hauptsächlich Gold gesucht, das nicht nur von den Notenbanken zum Zweck der Diversifizierung der Währungsreserven gekauft wurde sondern auch von Anlegern weltweit.

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Nach dem "Zollschock" Anfang April setzte jedoch an den Aktienmärkten eine Gegenbewegung ein, die von der Phantasie rund um "Künstliche Intelligenz" getrieben wurde und die Börsen weltweit - auch die amerikanische - auf neue Höchststände führte. 

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Auf den Anleihemärkten spiegelten sich die Risiken der US-Poltik nicht wider. Die US-Zinsen - wenngleich deutlich höher als beispielsweise die deutschen Zinsen - tendierten über das Gesamtjahr gesehen im Wesentlichen seitwärts. Dies trifft auch auf die Euro-Zinsen zu, die im Großen und Ganzen realen Kapitalerhalt ermfür öglichten.

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Am Immobilienmarkt wurde die Talfahrt der Preise für gehandelte Immobilien gestoppt. Das bedeutet jedoch nicht, dass für die Immobilienfonds bereits das Gröbste überstanden wäre, denn die Mittelablfüsse aus den Fonds haben sich fortgesetzt. Das ist auch kein Wunder, denn die Preise vor allem der großen Publikumsfonds und der Fonds für Einzelhandelsimmobilien sind immer noch deutlich höher als die Marktpreise. Damit bleibt der Anreiz für Anleger, sich von ihren Immobilienbeständen, die als Fondsanteile gehalten werden, auf Kosten der Fondsliquidität und der Bestandsanleger zu trennen, bestehen.

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