Strategische Vermögensplanung

Research & Kapitalmarktanalyse
An dieser Stelle erscheinen monatlich Kommentare zu den Entwicklungen auf den für uns relevanten Märkten für Aktien, Anleihen und Gold.
Darüber hinaus erscheinen hier bei Bedarf Einschätzungen und Überlegungen zu anderen Anlageklassen, wie zum Beispiel Immobilien, und zu wirtschaftspolitischen Themen, die allgemein von Interesse sein könnten.
Allgemeine Lage
Juni 2026
Hauptsächlich zwei Faktoren ließen die Nachfrage nach Aktien und Anleihen im Juni ansteigen: Die "Einigung" zwischen der Trump-Regierung und dem Iran bezüglich der Straße von Hormus auf der einen Seite und die Zinserhöhung der EZB Anfang des Monats auf der anderen Seite. Diese stärkte das Zutrauen der Anleger in die europäische Notenbank, was die Wachsamkeit bezüglich der Inflationsgefahren angeht. Hilfreich waren auch Signale des neuen Chefs der FED, Kevin Warsh, an einer eher restriktiven Geldpolitik festhalten zu wollen, solange die Inflationsgefahren auch in den USA nicht gebannt sind.
Aktien
Die globalen Aktienmärkte zeigen im Juni ein gemischtes Bild. Der MSCI World in USD sank um 0,74% und legte nur in Euro gerechnet um 1,34% zu, weil der Dollar leicht aufwertete. Die vergleichsweise schwache Entwicklung (der S&P 500 sank um 1,1%) hat hauptsächlich mit der sinkenden Nachfrage nach KI-Titeln zu tun, weil Anleger zunehmend bezweifeln, dass sich die Investitionen in diesem Sektor schnell auszahlen. Auch Werte aus dem Energie- und Rohstoffsektor, die in den Vormonaten noch gesucht waren, verloren an Wert. "Unter der Oberfläche" legten dagegen Titel aus klassischen Sektoren wie Konsumgüter, Pharma und Versicherungen zu. Davon profitierte auch der europäische Markt, in dem diese Titel traditionell eine große Rolle spielen. Er legte um gut 3% zu.
Anleihen
Die Entscheidungen der beiden führenden Notenbanken (s.o.) trugen entscheidend dazu bei, dass die Renditen auf Monatssicht erneut sinken konnten. Hilfreich war auch der sinkende Ölpreis in Folge der Verhandlungen zwischen den USA und Iran. Diese Entwicklung kam auch den Unternehmensanleihen zugute, weshalb diese Positionen ebenfalls eine positive Entwicklung zeigten.
Gold
Spiegelbildlich zu den Trends bei den beiden anderen liquiden Anlageklassen (s.o.) setzte der Goldpreis im Juni seinen Trend der Vormonate fort. Der Grund dafür dürfte neben dem steigenden "Risikoappetit" der Anleger auch in der Erwartung steigender Opportunitätskosten der Goldhaltung durch steigende Leitzinsen zu suchen sein.
Immobilien
1. Halbjahr 2026, Stand: 24.08.2026
Der vdp-Immobilienpreisindex ist der wichtigste Maßstab zur Beurteilung der Immobilienpreisentwicklung in Deutschland. Er wird quartalsweise veröffentlicht, zuletzt Mitte dieses Monats. Dieser Index wird von mir für die Einschätzung auch der Wertentwicklung von Immobilienfonds herangezogen. Dies ist besonders wichtig in Phasen, in denen die Fonds wegen hoher Anteilscheinrückgaben (wie zurzeit) unter Druck stehen und unter Umständen Immobilien verkaufen müssen, um dafür Liquidität zu beschaffen. Denn Immobilien können nur zu Marktpreisen verkauft werden, nicht zu Gutachterwerten. Sind die Marktpreise wie seit 4 Jahren niedriger als die Fondswerte, müssen letztere abgewertet werden. Dieser Prozess ist bei Büro- und Einzelhandelsimmobilien nach wie vor im Gang und hat sich sogar in diesem Jahr noch beschleunigt. Fondsschließungen können die Folge sein. Ende Juni traf es den Aachener Spar- und Stiftungsfonds, der sich bis zuletzt durch eine m.E. nicht marktgerechte, d.h. zu hohe, Immobilienbewertung aus-zeichnete. Weitere Fonds, die durch hohe Mittelabflüsse unter Druck stehen und bei denen m.E. Schließungen möglich sind, sind der UniImmoEuropa und der Grundbesitz Europa. Beide Fonds korrigieren nach wie vor Ihre Verkehrswerte, um schnell Immobilien verkaufen zu können.
Die Wohnimmobilienfonds dagegen scheinen das Gröbste hinter sich zu haben. Gemessen an den Marktpreisen sind sie mehr als fair bewertet. Der Wohnimmo-bilienpreisindex ist sogar seit geraumer Zeit wieder nach oben gerichtet. Angesichts der Wohnraumknappheit, die sich hoher Nachfrage gegenübersieht, ist das kein Wunder.
Sorgen bereitet nach wie vor der Sektor der Einzelhandelsimmobilien. Der Preisrückgang am Markt hat wieder eingesetzt, weil die Konsumlaune der Bevölkerung wegen des Benzinpreisanstiegs seit März d.J., der den Konsumenten Kaufkraft entzieht, gedämpft ist. Das macht Einzelhandelsimmobilien tendenziell unattraktiv. Davon wollen die Fondsanbieter allerdings nichts wissen und halten an ihren unrealistisch hohen Immobilienbewertungen fest.
1. Halbjahr 2026, Stand: 29.05.2026
Vor einigen Tagen wurden wichtige Daten veröffentlicht, die für die EInschätzung des Immobilienmarktes und der Immobilienfonds von Bedetung sind. Es handelt sich um dem vdp-Immobilienpreisindex, der die Preisentwicklung gehandelter Immobilien anzeigt, und um Daten der Liquiditätsentwicklung der Fonds.
Letztere zeigt, dass die Fonds im Großen und Ganzen immer noch von Liquiditätsabflüssen betroffen sind.
Das liegt hauptsächlich an zwei Gründen:
1. Insbesondere einige Büroimmobilienfonds und die Einzelhandelsfonds sind nach wie vor im Vergleich zum Marktpreisniveau zu hoch bewertet und bieten ihren Investoren daher Anlass, ihre als Fonds gehaltenenen Immobilienbestände an diese zurückzugeben. Zumal
2. mit der Rendite langfristiger, sicherer Anleihen in Höhe von ca. 3% eine kostengünstige, transparente und planbare Alternative zur Verfügung steht.
Einzelheiten dazu sind der verlinkten Analyse zu entnehmen.

Sonstiges
Februar 2026:
Preisentwicklung am Immobilienmarkt
Vor einigen Tagen hat der Pfandbriefverband (vdp) seinen Immobilien-preisindex für am Markt gehandelte Immobilien aktualisiert und veröffentlicht. Demnach hat sich die Stabilisierung der Preise für Gewerbe- und Einzelhandelsimmobilien im 4. Quartal 2025 auf niedrigem Niveau fortgesetzt. Ein Preisanstieg ist jedoch nicht erkennbar. Anders bei Wohnimmobilien: Diese haben im Q4 2025 das Niveau von Q1 2022, als der Preisrückgang an den Immobilienmärkten begann, wieder erreicht.
Welche Auswirkungen das auf die von mir beobachteten Immobilienfonds hat, steht in der Marktanalyse:
Januar 2026:
Kapitalmarktrückblick 2025
Die Entwicklungen an den Kapitalmärkten spiegeln kurz- und langfristige Trends wider. Die jahrelange bessere Entwicklung des us-amerikanischen Aktienmarktes gegenüber dem Rest der Welt beruht im Wesentlichen auf einem höheren durchschnittlichen Gewinnwachstum der US-Unternehmen, einem stärkeren Wachstum des Bruttoinlandsproduktes der USA und einer höheren Produktivität der US-Wirtschaft. Dies ist das Resultat langfristiger Trends 1. beim technischen Fortschritt, 2. im Bevölkerungswachstum und 3. bei stabilen politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Mit der Regierungsübernahme Trumps wurde vor allem der letzte Punkt von den Anlegern immer stärker in Frage gestellt. Das zeigte sich zu Beginn des Jahres darin, dass die US-Aktien zum ersten Mal seit vielen Jahren schlechter liefen als die europäischen Werte. Die Abwendung der Anleger von den USA zeigte sich darüber hinaus das ganze Jahr über in einer Abwertung des US-Dollars auf den Devisenmärkten. Als Währungsalternative war hauptsächlich Gold gesucht, das nicht nur von den Notenbanken zum Zweck der Diversifizierung der Währungsreserven gekauft wurde sondern auch von Anlegern weltweit.
Nach dem "Zollschock" Anfang April setzte jedoch an den Aktienmärkten eine Gegenbewegung ein, die von der Phantasie rund um "Künstliche Intelligenz" getrieben wurde und die Börsen weltweit - auch die amerikanische - auf neue Höchststände führte.
Auf den Anleihemärkten spiegelten sich die Risiken der US-Poltik nicht wider. Die US-Zinsen - wenngleich deutlich höher als beispielsweise die deutschen Zinsen - tendierten über das Gesamtjahr gesehen im Wesentlichen seitwärts. Dies trifft auch auf die Euro-Zinsen zu, die im Großen und Ganzen realen Kapitalerhalt ermfür öglichten.
Am Immobilienmarkt wurde die Talfahrt der Preise für gehandelte Immobilien gestoppt. Das bedeutet jedoch nicht, dass für die Immobilienfonds bereits das Gröbste überstanden wäre, denn die Mittelablfüsse aus den Fonds haben sich fortgesetzt. Das ist auch kein Wunder, denn die Preise vor allem der großen Publikumsfonds und der Fonds für Einzelhandelsimmobilien sind immer noch deutlich höher als die Marktpreise. Damit bleibt der Anreiz für Anleger, sich von ihren Immobilienbeständen, die als Fondsanteile gehalten werden, auf Kosten der Fondsliquidität und der Bestandsanleger zu trennen, bestehen.